Theater im fremdsprachlichen Unterricht Deutsch

Schauspieler und Fremdsprachenschüler haben eines gemeinsam: sie lernen einen Wortschatz auf "professionelle" Weise. Denn ein Schauspieler, der seinen Text ohne Ausdruck, ohne Einbeziehung von Gestik und Mimik herunterspult, ist nicht besser zu  ertragen, als ein Sprachenlerner, der kein Gefühl für Betonung, Rhythmus und Melodie der fremden Sprache hat. Eben das, was Sprache lebendig macht, lässt sich kaum besser vermitteln als in unterschiedlichen Rollen, die den Charakter und die Situation der dargestellten Person wiedergeben.

Der Spaß an der gemeinsamen Erarbeitung eines Theaterstücks, das neben den sprachlichen auch die darstellerischen Fähigkeiten der Teilnehmer spiegelt, bringt Spaß und Lernbereitschaft in den Unterricht. Umgangssprache und Facetten des Alltags-Deutsch können ebenso spielerisch erfahren werden wie die Interpretation klassischer Literaturvorlagen; Lieder und Verse, aber auch Ausflüge in experimentelle Sprachformen erweitern Sprachgefühl und nonverbale Kommunikationselemente der zu erlernenden Fremdsprache.

Lesen Sie hier:

Konzept für einen

theaterzentrierten Unterricht in DaZ und DaF (pdf-datei)

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Prätorius

oder die Mikrobe der menschlichen Dummheit

war Prüfungslektüre des Goethe-Instituts

im Jahr 2004 des Kleinen Deutschen Sprachdiploms.

Am Institut Deutsch für Griechen in Athen hatte ich die Gelegenheit, mit sieben Deutsch lernenden jungen Erwachsenen (Stufen Zertifikat und Mittelstufe) das Stück zu erarbeiten und im Theater Ethniki Skinie aufzuführen. Während der ersten vier Monate erarbeiteten wir zunächst den Text, übersetzten, übertrugen Textpassagen in ein heute gesprochenes Deutsch und Griechisch und beschäftigten uns mit Metaphern, Zweideutigkeiten, zynischen und politischen Anspielungen, die es "zwischen den Zeilen" zu entdecken galt.

Nach dem Rollenstudium schloss sich eine intensive Interpretationsarbeit an, mit vielen Übungen in den Bereichen der Phonetik, speziell zu Intonation und Satzmelodie, stimmlichem Ausdruck, sowie zu unterstützender Mimik und Gestik - alles stets im Vergleich zur Muttersprache.

Das Ergebnis war eine beeindruckende Aufführung von über zwei Stunden - zur Freude aller Beteiligten, ihrer Freunde und meiner KollegInnen, und zum Erstaunen aller, die den Sprachschülern eine solche Leistung nicht zugetraut hatten. Und natürlich haben alle meine lieben Schüler und Schülerinnen ihre jeweiligen Sprachprüfungen mit Bravour bestanden!

Grammatikfilm "Deutsch in zwei Tagen"

Bereits im Sommer 2003 realisierte ich am Institut Deutsch für Griechen in Athen mit sechs Deutschlernern eine Videoproduktion zum Aufbau deutscher Grammatik und Syntax.

Der Titel lehnt sich an das Motto des Sprachinstituts an "Deutsch in drei Jahren", zum anderen vollzieht sich der Ablauf der Filmgeschichte an einem Wochenende.

Während der Vorbereitung zu dem Film erarbeiteten wir zunächst den szenischen Aufbau der deutschen Grammatikphänomene (Artikel, Singular und Plural der Nomen, Fälle, Verb-konjugierung, trennbare und reflektive Verben, Adjektivdeklination, Aktiv und Passiv, und dann die Syntax der deutschen Sprache mit allen Haupt- und Nebensatzkonstruktionen. Diesem Ablauf folgend drehten wir den gesamten Film an einem heißen Juli-Wochenden ab. Drehort war der Garten und der Swimmingpool eines Mitwirkenden im Süden Attikas, nahe Sunion.

Die Vorbereitungen und Dreharbeiten machten den Darstellern viel Freude und erlaubten einen ganz anderen Umgang mit der trockenen Materie. Neben einem dicken Sonnenbrand nahmen die Deutschlerner eine Menge neuer Sprach-Erkenntnisse mit, obwohl faktisch nichts "Neues", nichts, was sie nicht bereits eingehend im Unterricht erlernt hätten, thematisiert wurde.